Team Schmidbauer @ DLV Trainingscamp Südafrika
Unsere 400-Meter-Spezialistin Irina Gorr und Zehnkämpfer Felix Wolter bereiteten sich mit der Nationalmannschaft des deutschen Leichtathletikverbandes im Trainingscamp in Südafrika auf das Wettkampfjahr 2026 vor. Der Fokus: Die EM im Visier!
Um große Ziele zu erreichen, müssen jetzt die Grundlagen geschaffen werden.
Wir haben nachgefragt, wie es den Top-Athleten des Team Schmidbauer erging...
Ihr seid gerade im Trainingslager in Südafrika, wie ergeht es euch da?
Irina: Sehr gut. Die Bedingungen hier in Stellenbosch 30 Minuten von Kapstadt sind perfekt, um sich voll auf das Training zu konzentrieren – viel Sonne, gute Anlagen und weniger Ablenkung als zuhause. Ich nutze die Zeit, um meine Grundlagen zu stärken und technisch sauber zu arbeiten.
Felix: Wir trainieren hart an Grundlagen und sind gerade am Übergang zwischen Reha- und Mehrkampf-Training. Nach meiner Verletzungszwangspause reagiert mein Körper ziemlich intensiv auf den größeren Umfang. Aber die täglichen physiotherapeutischen Behandlungen helfen mir, das Ganze zu managen.
Wo soll es für Euch hingehen, was sind eure sportlichen Ziele und wie sieht der Weg dorthin aus?
Irina: Mein großes Ziel ist, mich über 400 Meter international zu etablieren und 2026 bei den großen Meisterschaften konkurrenzfähig zu sein. Das heißt für mich: konsequentes Training, Verletzungsprophylaxe, Stabilität über die ganze Saison und voller Fokus auf meine Hausstrecke.
Felix: Für mich geht es vorrangig darum, wieder schmerzfrei zu werden und, wenn alles gut läuft, mit einer späten Saison-PB international wieder anzugreifen.
Welche herausragenden Meilensteine habt Ihr im Wettkampfjahr 2026 im Blick?
Irina: Für mich sind das die World Relays, die Deutschen Meisterschaften und die Europameisterschaften in Birmingham.
Felix: Ich peile den Saisonbeginn beim Mehrkampf-Meeting Ende Juni in Ratingen an. Dann eventuell die EM oder das internationale Leichtathletik-Meeting in Talence in Frankreich
Wieviel Selbstständigkeit und „Extrameilen“ sind von Euch im Trainings- und Leistungsaufbau gefragt und wie steuert ihr das?
Felix: Jeder hier im Trainingslager, weiß was er oder sie zusätzlich braucht und machen muss. Es sind ja alles erfahrene Athletinnen und Athleten. Und wenn mal zusätzliche Probleme auftreten, sind Ansprechpartner, Ärzte, Physios und Chiropraktiker, vor Ort, um zu helfen. Man muss das natürlich auch offen ansprechen.
Irina: Genau! Als Leistungssportlerin muss ich viel Eigenverantwortung übernehmen. Ich selbst achte daher auf die für mich richtige Regeneration, Ernährung, Schlaf und Zusatztraining. „Extrameilen“ gehören dazu – Mobilität, Technik, Videoanalysen, mentale Vorbereitung. Ich steuere das durch klare Routinen und regelmäßigen Austausch mit Bernd Henneberg, meinem Heimtrainer, der mich am besten kennt und das tägliche Training steuert.
Du sprichst es gerade an: Welche Rolle spielen für Euch die Heimtrainer und wie verläuft dabei der Austausch mit den Bundestrainer:innen?
Irina: Der Austausch von Bernd mit Bundestrainer Volker Beck ist wichtig für die langfristige Planung, besonders im Hinblick auf internationale Ziele. Beide Seiten arbeiten gut zusammen und unterstützen meine Entwicklung.
Felix: Ich bin vor vier Wochen nach Hannover gezogen und trainiere jetzt am Bundesstützpunkt bei der Bundestrainerin Beatrice Mau-Repnak. Mit Günter Mayer, meinem Heimtrainer in Gräfelfing, stehe ich weiterhin in sehr engem Kontakt. Wir tauschen uns zu allen möglichen Sachen regelmäßig aus.
Wo seht Ihr aktuell Eure Stärken und den Aus- und Aufbaubedarf?
Felix: Da tue ich mich gerade schwer nach meiner langen Verletzungspause. Grundsätzlich kenne ich meine Stärken im Mehrkampf und baue auf meine Zielstrebigkeit.
Irina: Meine Stärken liegen in meiner Wettkampfhärte, meinem Speed und meinem Kampfgeist auf den letzten 100 Metern. Aufbau brauche ich vor allem im Bereich Startphase und Übergangsphase. Das Ziel ist ein stabiler Saisonverlauf ohne Verletzungen.
Woraus zieht Ihr das Selbstvertrauen, hochgesteckte Ziele zu erreichen?
Irina: Ich konnte dieses Jahr zeigen, dass ich konstant starke Zeiten laufen kann und auf internationaler Bühne bestehen kann. Auch Rückschläge wie Verletzungen haben mich mental stärker gemacht. Deswegen bin ich überzeugt, dass ich 2026 den nächsten Schritt machen kann.
Felix: Vor meiner Verletzung hat das Jahr 2024 für mich viele PBs gebracht und neue Potentiale aufgedeckt. Das gibt mir die Zuversicht, dass es für mich bei Schmerzfreiheit weiter hinaus gehen kann und hoffentlich dann Ergebnisse über 8.300 Punkte drin sind.