Trafotransport: 65 Tonnen Transformator zum Kraftwerk Tauernbach in Osttirol

Ende Oktober 2025 übernahm Schmidbauer den Sondertransport eines 65 Tonnen schweren Leistungstransformators vom Herstellerwerk in Regensburg zum Krafthaus Tauernbach-Gruben in Osttirol — inklusive millimetergenauer Einbringung in die Trafokammer. Herausforderungen wie Nachfahrten, alpines Gelände und enge Zufahrten meistert der Kran- und Hubspezialist gewohnt souverän.

Aufgabenstellung

Der Transformator, hergestellt im bayerischen Regensburg, ist die elektrotechnische Schlüsselkomponente des neuen Kraftwerks. Seine termingerechte Anlieferung war Voraussetzung dafür, dass die elektrischen Installationen im Krafthaus planmäßig beginnen konnten. Schmidbauer stand dabei vor anspruchsvollen Bedingungen: alpine Lage, enge Zufahrt und höchste Präzision bei der Endmontage.

Herausforderung und Lösung

  • Alpines Gelände - 18 % Gefälle rückwärts  
    Die Zufahrt zum Krafthaus führt über eine steile Baustellenstraße mit 18 % Gefälle, die rückwärts befahren werden musste. Schmidbauer spannte den Ladekran als Bremse vor — eine Lösung, die präzise Abstimmung zwischen Fahrer und Kranführer erforderte und die Rückwärtsfahrt ohne Zwischenfälle ermöglichte.
     
  • Umladung auf der Baustelle 
    Da der Straßentransporter die finale Strecke zum Krafthaus baustellenbedingt nicht befahren konnte, wurde der Transformator an einem definierten Übergabepunkt auf ein Baustellenfahrzeug umgeladen und von dort weitergeführt.2
     
  • Millimetergenaue Positionierung 
    Die Einbringung in die Trafokammer erforderte höchste Präzision: Für die vorgeschriebene Erdbebensicherung musste der Trafo auf den Millimeter genau abgesetzt werden. Das kontrollierte Verziehen in die Endposition erfolgte mit Spezial-Teflonplatten, die abschließenden Aufrüstarbeiten übernahm der Ladekran.

Umsetzung

Der Sondertransport führte über Wien, Graz und Klagenfurt ins Tauerntal — eine Route, die aufgrund der Fahrzeugdimensionen von 29,6 m Länge, 3,90 m Breite und rund 131 t Gesamtgewicht umfangreiche Genehmigungen erforderte. Die letzten Kilometer zur Baustelle wurden aus Sicherheitsgründen in den Nachtstunden zurückgelegt. Nach der Umladung auf das Baustellenfahrzeug folgte der Transport zum Krafthaus und die mehrstündige Einbringung des Trafos in die Trafokammer. Der Kunde TIWAG zeigte sich mit der Ausführung hochzufrieden.

Leistungsübersicht

  • Projektplanung und Sondertransport-Genehmigung
  • Übernahme beim Herstellerwerk in Regensburg
  • Sondertransport: Regensburg – Osttirol (via Wien, Graz, Klagenfurt)
  • Rückwärtsfahrt mit 18 % Gefälle, Ladekran als Bremse vorgespannt Umladung auf Baustellenfahrzeug am Übergabepunkt ✓
  • Millimetergenaue Einbringung in die Trafokammer per Teflonplatten-Technik
  • Erdbebensichere Endpositionierung und Aufrüstarbeiten mit Ladekran

Technische Daten

Kunde TIWAG – Tiroler Wasserkraft AG, Innsbruck
Objekt Kraftwerk Tauernbach-Gruben, Matrei in Osttirol (Österreich)
Leistung Sondertransport und Präzisionsmontage
Transportgut Leistungstransformator
Gewicht 65,19 t
Abmessungen Trafo L 5,9 m × B 3,5 m × H 4,0 m
Gesamtzug ca. 131 t · 29,6 m Länge · 3,90 m Breite
Equipment 4-Achs-SZM, 8-Achs-Tieflader Flachbett, Baustellenfahrzeug, Ladekran
Route Regensburg – Wien – Graz – Klagenfurt – Matrei in Osttirol (inkl. Nachtfahrt)
Besonderheiten Alpine Zufahrt, 18 % Gefälle rückwärts, Teflonplatten-Technik, erdbebensichere Millimeterpositionierung


Fazit

Mit präziser Logistik, technischer Lösungskompetenz und erfahrenem Team brachte Schmidbauer die Schlüsselkomponente eines der größten Wasserkraftprojekte Osttirols sicher und termingerecht ans Ziel.

ℹ️Hintergrund: Kraftwerk Tauernbach-Gruben

Das Kraftwerk Tauernbach-Gruben ist ein Neubauprojekt der TIWAG – Tiroler Wasserkraft AG mit einer Gesamtinvestition von rund 175 Mio. Euro. Der Probetrieb ist für Frühsommer 2026 geplant. Die Anlage wird künftig rund 85 GWh Strom pro Jahr erzeugen — das entspricht dem Jahresbedarf von etwa 20.000 Haushalten und stärkt die regionale Versorgungssicherheit in Osttirol. (Quellen: TIWAG-Pressemitteilung, ORF Tirol, November 2025)