Mega-Projekt SuedOstLink: Schwerlastlogistik im Dienst der Energiewende

Mit SuedOstLink entsteht eine der bedeutendsten Infrastrukturmaßnahmen der deutschen Energiewende: Auf rund 540 Kilometern wird eine Hochspannungs-Gleichstromverbindung gebaut, die vollständig als Erdkabel verlegt wird. Ziel ist es, große Mengen erneuerbarer Energie aus Nord- und Ostdeutschland nach Bayern zu transportieren, um so die Versorgungssicherheit langfristig zu stärken. Eine logistische Herausforderung, die nur im Verbund mit starken Partnern zu bewältigen ist. Schmidbauer unterstützt das Großprojekt seit 2021 mit Schwerlast- und Logistikleistungen.

Netzausbau der Superlative – zentrale „Stromautobahn“ quer durch Deutschland
Auftraggeber des Projekts ist der Übertragungsnetzbetreiber TenneT, der in Bayern für Planung und Bau der SuedOstLink-Erdkabelleitung zwischen dem Raum Münchberg/​Münchenreuth und dem Netzverknüpfungs-Knotenpunkt Landshut verantwortlich ist.   

Der Auftrag: Wenn 80 Tonnen ins Rollen kommen 
Seit März 2025 unterstützt Schmidbauer das Projekt im Direktauftrag von deugro, für den Kabelhersteller Prysmian Power Link,  mit Spezialtransporten von bis zu 85-Tonnen-Kabeltrommeln mit jeweils bis zu 1,7 Kilometern Kabel.

Ein abgestimmter Ablaufplan mit allen am Netzausbau beteiligten Unternehmen legt fest, wann welche Baustelle bearbeitet wird und zu welchem Zeitpunkt die Kabeltrommeln bereitstehen müssen.

Ein präzise abgestimmter Logistikprozess von Hafen bis Muffengrube

  1. Die in den Donauhäfen Regensburg und Kelheim zwischengelagerten Kabeltrommeln werden muffenspezifisch abgerufen, zur Abholung vorbereitet und den jeweiligen Partnerunternehmen – oder auch unseren eigenen Fahrzeugen – aufgeladen.
  2. Der Transport erfolgt zunächst mit Kesselbrückenfahrzeugen. Für die letzten, kurvenreichen und teils steilen Streckenabschnitte sind die langen Fahrzeuge jedoch ungeeignet. Daher werden die Trommeln an speziellen Umladeplätzen mit unserem SB-L-Hubgerüst auf Plateauroller umgeladen, die dann den Weg bis zur Baustelle übernehmen.
  3. Auf der Baustelle angekommen, werden die Kabeltrommeln an den Kabelinstallateur übergeben und mittels eigens konzipierter Abspulvorrichtungen in die vorbereiteten Leerrohre eingezogen.

Die eingesetzte Transporttechnik:

  • Verladetechnik in den Häfen (Raupenkran, Straddle Carrier)
  • Kesselbrückenfahrzeuge
  • Selbstfahrer
  • Schub- und Zugmaschinen
  • Plateau-Roller / Kurzfahrzeuge
  • Spezial-Umladetechnik SBL Hubgerüst
  • Abspulvorrichtung

Herausforderungen im Bauablauf

  • Die Frequenz und Abfolge der Baustellen sind eng abgestimmt mit allen vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen: Tiefbau, Installationsteams und Logistik.
  • Nur wenn alle Schritte nahtlos ineinandergreifen, können die Trommeln termingerecht eingebracht werden.

Logistik im Verbund: Gemeinsam zum Ziel
Der Baufortschritt an über 120 Baustellen zeigt: SuedOstLink ist kein Solo, sondern Teamarbeit. Schmidbauer ist Teil eines Netzwerks spezialisierter Partner und bildet die Schnittstelle zwischen Hafenlogistik, Schwergutlogistik und Installation. 

Challenge completed – Ein erfolgreiches erstes Projektjahr
Seit dem Startschuss im Frühjahr 2025 hat Schmidbauer bereits über 100 Trommeln verladen, knapp die Hälfte davon auch transportiert. Damit ist das erste von voraussichtlich drei Projektjahren erfolgreich abgeschlossen: Lernkurven wurden genutzt, Abläufe optimiert und in den laufenden Betrieb überführt – die Basis für den Ablaufplan 2026.

Fazit: Unser Beitrag zur Wertschöpfungskette
Mit jedem Transport wächst die zukünftige Stromverbindung ein Stück weiter – Abschnitt für Abschnitt bis zur geplanten Inbetriebnahme 2027. Schmidbauer übernimmt dabei einen zentralen Part: Aus Kabeltrommeln werden fertige Leitungsabschnitte.

 


Warum SuedOstLInk so wichtig ist

  • Mega-Infrastrukturprojekt, das Windstrom von der Ostsee nach Bayern und Solarstrom aus Bayern in den Norden bringt.
  • Zentraler Baustein für Strom aus erneuerbaren Energien und den Ausstieg aus konventioneller Erzeugung wie Kohle- und Kernkraft.
  • Stärkt die Versorgungssicherheit für Industrie, Gewerbe und Haushalte in Bayern und macht das Energiesystem robuster und klimafreundlicher.