Schmidbauer entlädt historische Lufthansa-Maschine „Landshut“

Task

Entladung der Flugzeugteile aus Großraumflugzeugen

 

Ausführung

Am 23. September 2017 war Schmidbauer am Bodensee-Airport Friedrichshafen Teil eines historischen Projektes: Mit zwei Kranen, einem Liebherr LTM 1070 sowie einem Tadano Faun ATF 130 G-5 Schwerlastkran, entlud das Schmidbauer-Team des Standortes Stockach im Tandemhub das ehemalige Lufthansa Flugzeug „Landshut“ aus den Bäuchen zweier russischer Transportmaschinen der Volga Dnepr Airlines. Zuvor war die „Landshut“  von 15 Mitarbeitern der Lufthansa-Technik im brasilianischen Fortaleza in 4.000 Arbeitsstunden für den Transport demontiert worden.

 

Die ehemalige Lufthansa-Boeing des Typs 737 ist zum Symbol der jüngeren Deutschen Geschichte geworden. Sie wurde am 13. Oktober 1977 von vier palästinensischen Terroristen auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt entführt, um in Deutschland inhaftierte RAF-Terroristen freizupressen. 5 Tage später beendete die GSG-9 die Entführung in Mogadischu. Die Entführung der „Landshut“ und die Befreiungsaktion waren Teil des „Deutschen Herbstes“, der 1977 geprägt war von Anschlägen der Roten Armee Fraktion (RAF). Die RAF kooperierte auch mit palästinensischen Terrorgruppen.

Als Reaktion auf die Stürmung der „Landshut“ ermordete die RAF den von ihr in Köln entführten Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Und die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten führenden RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nahmen sich das Leben.

 

Das Flugzeug flog danach noch bis 1985 für die Lufthansa und wurde anschließend in die USA verkauft. Nach zahlreichen weiteren Besitzern kam es im Jahr 2008 nach Fortaleza (Brasilien) und verrottete seitdem am Rande des dortigen Flughafens. Im Mai 2017 – also 40 Jahre nach der Entführung – erwarb die Bundesregierung die Maschine für den Schrottwert von etwa 20.000 EUR, um sie zurück nach Deutschland zu holen. Hier soll es ab Herbst 2019 im Dornier-Museum in Friedrichshafen am Bodensee ausgestellt werden. Bis dahin wird die „Landshut“ von Spezialisten der Lufthansa in einem Hangar neben dem Museum restauriert und weitgehend in den Zustand von 1979 versetzt.

 

Der Transport von Fortaleza in den Hangar nach Friedrichshafen war detailliert organisiert. Als deutscher Marktführer für Kran- und Spezialtransporte sollte Schmidbauer die Entladung der einzelnen Flugzeugteile am Bodensee-Airport gewährleisten. Die Ankunft der Maschine wurde mit einem Bürgerfest und einem Tag der offenen Tür des Dornier-Museums öffentlich gewürdigt und gefeiert, auch Entführungsopfer von damals (der Co-Pilot, eine Stewardess und ein Mitglied der GSG 9) nahmen teil.

 

Für Schmidbauer war die Verladung eines Flugzeugs keine besonders knifflige Angelegenheit, zumal das Flugzeug nicht als Einheit, sondern in Einzelteilen angeliefert wurde. Die Triebwerke, Höhen- und Seitenleitwerke, das Fahrwerk sowie die Tragflächen waren in Brasilien demontiert worden. Dementsprechend war der mächtige Rumpf mit knapp 16 Tonnen das schwerste Teil, das entladen werden und punktgenau auf den Schwertransporter gehievt werden musste. Rumpf und Flügel wurden in einer Antonov 124 morgens angeliefert, am Mittag brachte eine Iljuschin 76 die Sitze und die anderen restlichen Teile der fluguntauglichen Maschine. Der gesamte Hub verlief reibungslos, ebenso wie der Schwertransport in den Hangar des in der Nähe befindlichen Dornier-Museums. Ab hier übernimmt wieder die Lufthansa, die mit einem Team von Spezialisten die komplette Restaurierung des Flugzeugs steuert.

 

Wie es mit dem Projekt zur Ausstellung der "Landshut" vorangeht, können Interessierte künftig auf einer eignen Webseite verfolgen: unter https://www.die-landshut.de wird das Dornier Museum über alle aktuellen Entwicklungen berichten.

 

Equipment

70 t Liebherr LTM 1070
Tadano Faun ATF 130 G-5

 

Zielmarkt: Transport